Änderungen für Autofahrer im Straßenverkehr 2026
Auf die Halter und Nutzer der rund 50 Millionen zugelassenen Pkw in Deutschland kommt einiges an Veränderungen zu. So stehen neue Gesetze für 2026 genauso in den Startlöchern wie es Änderungen für Autofahrer geben wird, die eher dem Umfeld zuzurechnen sind.
Das erwartet Sie in diesem Artikel
(Lesedauer ca. 4 Min.)
- Änderungen 2025 im Detail
- CO²-Preis erhöht die Spritpreise
- Der digitale Führerschein: Früher als gedacht
- Niedrigere Promillegrenze in Großbritannien geplant
- Abgasnorm für Autos: Euro 6e
- Verlängerte Kfz-Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge
- Förderung von Elektrofahrzeuge für Privatleute
- Mehr Asssistenzsysteme werden zur Pflicht bei Neuwagen
- Fazit
Änderungen 2025 im Detail
CO²-Preis erhöht die Spritpreise
Der CO₂-Preis für Benzin und Diesel steigt weiter an. Ab dem Jahr 2026 wird der Preis über die Versteigerung von Emissionszertifikaten festgelegt. Zunächst gilt dabei ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂. Ab 2028 soll sich der CO₂-Preis vollständig am freien Markt bilden.
Für Autofahrer bedeutet das weiter steigende Spritpreise. Allein im Jahr 2026 könnte die CO₂-Abgabe den Preis für Benzin um bis zu rund 3 Cent pro Liter erhöhen. Bei Diesel ist sogar ein Anstieg von etwas mehr als 3 Cent pro Liter möglich.
Der digitale Führerschein: Früher als gedacht
Der digitale Führerschein soll in Deutschland bereits Ende 2026 eingeführt werden und damit deutlich früher als der EU-weite Start im Jahr 2030. Die Führerscheindaten können dann direkt über das Smartphone abgerufen werden. Dadurch könnten Autofahrer den klassischen Kartenführerschein und den Papierfahrzeugschein in bestimmten Situationen zu Hause lassen. Wichtig ist jedoch: Der digitale Führerschein ist nur als Ergänzung vorgesehen und ersetzt den bisherigen Kartenführerschein nicht.
Niedrigere Promillegrenze in Großbritannien geplant
In England und Wales ist eine Absenkung der gesetzlichen Promillegrenze geplant. Ab 2026 soll der Grenzwert von derzeit 35 auf 22 Mikrogramm Alkohol pro 100 Milliliter Atemluft sinken. Ziel ist es, Alkoholfahrten konsequenter zu verhindern. Zusätzlich sollen Kontrollen auf Drogen am Steuer ausgeweitet werden. Die Polizei könnte künftig Speicheltests direkt am Straßenrand durchführen und diese als rechtlich zulässige Beweise nutzen. Damit würden aufwendige Bluttests teilweise ersetzt. Außerdem werden strengere Strafen bei Verstößen gegen die Gurtpflicht diskutiert.
Abgasnorm für Autos: Euro 6e
Seit Januar 2026 gilt für neu zugelassene Pkw die zweite Stufe der Abgasnorm Euro 6e. Sie ist als Übergangslösung auf dem Weg zur Euro-7-Norm gedacht und verschärft die bestehenden Emissionsvorgaben. Ab dem 29. November 2026 tritt die Abgasnorm Euro 7 zunächst für neu entwickelte Pkw mit neuer Typgenehmigung in Kraft. Für alle Neuzulassungen wird sie dann ab Ende 2027 verbindlich. Euro 7 verlangt unter anderem eine genauere Erfassung ultrafeiner Partikel. Erstmals werden auch Emissionen durch Reifenabrieb und Bremsenverschleiß berücksichtigt, wobei konkrete Grenzwerte ab 2030 gelten sollen. Dadurch sollte alle Autofahrer umweltschonender fahren.
Neu sind zudem verbindliche Vorgaben für die Haltbarkeit von Antriebsbatterien bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Nach fünf Jahren oder 100.000 Kilometern darf die Batteriekapazität nicht unter 80 Prozent des ursprünglichen Werts sinken. Nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern sind mindestens 72 Prozent vorgeschrieben. Das macht zukünftige, gebrauchte Elektroautos interessanter.
Verlängerte Kfz-Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte Anfang Oktober an, die Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos um weitere fünf Jahre bis 2035 zu verlängern. Damit könnten Elektroautos, die Anfang 2026 zugelassen werden, erneut nahezu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit sein. Die geplante Verlängerung war bereits im Koalitionsvertrag vorgesehen. Aus dem aktuell vorliegenden Gesetzesentwurf geht jedoch nicht eindeutig hervor, ob die Steuerbefreiung auch rückwirkend gelten soll.
© mpix-foto/stock.adobe.com | Eine erneute Förderung für Privatpersonen, erhöht die Attraktivität der Elektroautos.
Förderung von Elektrofahrzeuge für Privatleute
Die Bundesregierung plant, Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen beim Umstieg auf Elektroautos gezielt zu entlasten. Neben Geldern aus dem europäischen Klima-Sozialfonds sollen dafür zusätzlich rund drei Milliarden Euro bis Ende 2029 bereitgestellt werden. Wie die Förderung für private Käufer konkret ausgestaltet wird, ist bisher noch offen. Aktuell existieren vor allem Kaufanreize für Unternehmen sowie steuerliche Vergünstigungen für rein elektrische Dienstwagen.
Mehr Asssistenzsysteme werden zur Pflicht bei Neuwagen
Ab dem 7. Juli 2026 gelten für die Erstzulassung neuer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge der Klassen M1 und N1 weitere verpflichtende Assistenzsysteme. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und insbesondere Verkehrsteilnehmer besser zu schützen. Zu den neu vorgeschriebenen Systemen gehören unter anderem:
- Notbremsassistenzsystem für Fußgänger und Radfahrer: Das sogenannte advanced emergency braking system erkennt Gefahrensituationen selbstständig und kann eine automatische Bremsung auslösen. Dadurch sollen Kollisionen vermieden oder zumindest abgeschwächt werden.
- Warnsystem bei nachlassender Fahreraufmerksamkeit: Das advanced driver distraction warning unterstützt den Fahrer dabei, konzentriert zu bleiben, und gibt Warnhinweise bei Ablenkung oder Ermüdung.
- Erweiterter Fußgänger- und Kopfaufprallschutz: Mit dem enlarged head impact zone müssen Fahrzeuge künftig so konstruiert sein, dass sie einen vergrößerten Kopfaufschlagschutzbereich bieten. Das reduziert das Verletzungsrisiko für Fußgänger bei einem Unfall.
- Notfall-Spurhalteassistent auch für hydraulische Servolenkungen: Die Vorschriften für den emergency lane-keeping system gelten nun auch für Fahrzeuge mit hydraulischer Servolenkung. Für Fahrzeuge mit anderen Lenksystemen ist dieser Assistent bereits seit dem 7. Juli 2024 Pflicht bei der Erstzulassung.
Fazit
Wie jedes Jahr, stehen auch für 2026 einige Änderungen für Autofahrer an. Aber auch andere Verkehrsteilnehmer sind betroffen. Weitere Informationen zu den Änderungen für Autofahrer 2026 finden Sie beim ADAC.
Häufige Fragen
Was ändert sich für Autofahrer ab 2026?
Zusammengefasst: Die Pendlerpauschale steigt auf 38 Cent pro Kilometer, nun auch ab dem ersten Kilometer. Mehr Assistenzsysteme werden Pflicht und Privatpersonen können von eine Förderung von Elektroautos profitieren.
Wird Autofahren 2026 teurer?
Durch die Erhöhung der CO² Bepreisung erhöhen sich die Kosten für Diesel und Benzin.
Kann ich mir jetzt noch einen Diesel kaufen?
Wenn Sie regelmäßig weite Strecken mit dem Auto zurücklegen, lohnt sich weiterhin ein Diesel. Durch die geringere Differenz des Dieselpreises zum Benzin in Vergleich zu den letzten Jahren und die höhere Kfz-Steuer müssen Sie nun weitere Strecken als vorher zurücklegen, damit sich der Diesel lohnt.

