Bei zugefrorener Scheibe hilft vor allem Kratzen.

Viele Autofahrer kennen das Problem im Winter. Eine Autofahrt steht an, man hat es eilig, aber das Fahrzeug ist rundherum zugefroren. Besonders nach kalten Nächten passiert dies häufig, aber bei permanenten Minusgraden kann ein Auto auch tagsüber zufrieren und dies schneller als man denken möchte. Besonders dick wird der Eispanzer, wenn bei Minusgraden noch Schnee oder Regen auftreten. Ohne Hilfsmittel gibt es dann keinen Weg mehr, das Fahrzeug ohne viel Aufwand startbereit zu machen. Aber welche Mittel helfen denn am besten bei einem vereisten Auto und von welchen Maßnahmen sollte man besser die Finger lassen? Alle Antworten dazu gibt es hier.

Das erwartet Sie in diesem Artikel

(Lesedauer ca. 5 Min.)

Auto enteisen – so besser nicht!

Die schnellste und einfachste Art ein Auto zu enteisen ist theoretisch kochendes Wasser – allerdings eben nur in der Theorie. In der Praxis sollte man dies unter keinen Umständen machen, auch wenn der Zeitdruck noch so groß ist, das vereiste Fahrzeug wieder in Gang zu kriegen. Denn durch das kochende Wasser werden mit großer Wahrscheinlichkeit Schäden am Auto auftreten. Der plötzliche und extreme Temperaturwechsel wird in den meisten Fällen dazu führen, dass die Frontscheibe reißt, vor allem wenn diese durch kleine Steinschläge schon beschädigt ist. Da das Auswechseln der Scheibe teuer ist, sollte von dem Einsatz kochenden Wassers dringend abgeraten werden. Außerdem können der Lack, Gummi- und Plastikteile ebenfalls beschädigt werden. Zusätzlich hilft diese Maßnahme nur kurz. Sobald das Wasser abkühlt, wird es von neuem gefrieren und dies kann im Winter schon nach wenigen Minuten passieren. Das Auto mit kochendem Wasser enteisen – diese Idee sollte man sich unbedingt aus dem Kopf schlagen!

Enteisen mit Salzlauge

Eine weniger verheerende, wenn auch keineswegs ratsame Lösung stellt der Einsatz von Salzlauge dar. Sicherlich wird dadurch das Auto rasch abgetaut und es treten keine unmittelbaren Schäden auf. Aber durch das Salz werden Karosserie und Anbauteile aus Metall sehr schnell anfangen zu rosten, vor allem wenn man das Fahrzeug regelmäßig  einer solchen Prozedur unterzieht. Außerdem hinterlässt das Salz einen undurchsichtigen Film auf den Scheiben, was die Verkehrssicherheit gefährdet.

Motor lieber nicht laufen lassen

Früher war es auch standard, den Wagen einfach zu starten und im Leerlauf stehen zu lassen, bis innen alles warm und das Auto schön abgetaut ist. Warmlaufenlassen ist aber heute nicht nur verboten und wird mit Bußgeld geahndet, sondern angesichts heutiger Spritpreise ist es auch keine sinnvolle Option mehr. Zudem ist es für den Motor nicht gut, da dieser nur sehr langsam seine Betriebstemperatur erreicht und der Spriteintrag ins Motoröl sehr hoch ist.

Das können Sie tun bei zugefrorenen Scheiben

Der springende Punkt bei einem zugefrorenen Auto sind meistens die Scheiben. Mit gefrorenen Scheiben ist keine Fahrt möglich, da diese die Sicht stark behindern. Der Autofahrer wird sich also beim Enteisen vor allem um die Scheiben kümmern müssen. Hier hilft oft ein Eiskratzer. Vor allem wenn der Frost nicht zu stark ist, lässt sich damit die Scheibe rein mechanisch vom Eis befreien. Beim Einsatz des Kratzers sind ein paar Punkte zu beachten. Andernfalls kann man damit auch die Scheibe zerkratzen. Der Eiskratzer ist zwar gewöhnlicherweise aus Plastik und stellt selbst keine Gefahr für die Scheibe dar, aber wenn sich auf der Scheibe feiner Sandstaub befindet, können die Sandkörner unschöne Kratzer verursachen. Eine Empfehlung ist daher, die Scheiben immer sauber zu halten und regelmäßig zu putzen. Denn eine saubere Scheibe kann auch nicht verkratzen, wenn sie Bekanntschaft mit dem Eiskratzer macht. Der Eiskratzer sollte immer nur in eine Richtung verwendet werden, so dass das Eis von der Scheibe weg geschabt wird. Das minimiert das Risiko, dass sich Sandkörner unter dem Kratzer ansammeln und die Scheibe zerkratzen. Der Eiskratzer sollte dann systematisch und mit stetigem Druck verwendet werden, um die Scheiben vom Eis zu befreien.

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Enteiser-Sprays - einfache Anwendung

Schneller und schonender für die Scheibe geht das Enteisen mit chemischen Scheibenenteisern. Diese sind in Sprühflaschen erhältlich und sorgen dafür, dass die Scheiben abtauen. Diese Sprays gibt es von zahlreichen Herstellern, von teuer bis günstig. Erhältlich sind sie vor allem in Baumärkten und in Tankstellen. Produktvergleiche haben gezeigt, dass auch günstige Enteisersprays aus dem Supermarkt gut funktionieren. Es sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass die Sprays Gummi und Kunststoffe nicht angreifen. Insbesondere das Polycarbonat, aus dem moderne Scheinwerfer gefertigt sind. Wer zusätzlich Geld sparen will, der kann auch einfach Frostschutz für die Scheibenwaschanlage in eine Sprühflasche füllen. Dies erfüllt den gleichen Zweck. Achtung: Kühlerfrostschutz hat dagegen aufgrund der Umweltverträglichkeit beim Enteisen nichts zu suchen. Enteisersprays bestehen dagegen hauptsächlich aus Alkohol und sind bei normalem Gebrauch nicht umweltschädlich. Beim Enteisen sollten übrigens die Scheibenwischer nicht vergessen werden. Frieren diese fest und werden dann bei der Fahrt betätigt, kann der Wischermotor beschädigt werden. Es ist daher in jedem Fall vor der Fahrt zu kontrollieren, ob sich die Scheibenwischer (auch Heckwischer) von der Scheibe abheben lassen.

Gefrorene Schlösser und Türen

Bei strengem Frost machen nicht nur die Scheiben Probleme, es kann auch passieren, dass Schlösser und Türen eingefroren sind. Früher gab es den alten Trick, den Autoschlüssel vor dem Einstecken ins Schloss mit einem Feuerzeug zu erhitzen, um das Schloss aufzutauen. Dies sollte man heute aber nicht mehr machen. Alle halbwegs modernen Autos, also aus den letzten 25 Jahren, haben elektronische Wegfahrsperren im Schlüssel integriert, die durch die Hitze zerstört werden können. Besser ist es, auch hier ein Enteiserspray oder einen Türschloss-Enteiser in Flaschenform anzuwenden. Vorsicht ist auch bei den Türgummis geboten. Wird bei zugefrorenen Türen zu stark daran gezogen, können die Gummis abreissen. Daher sollten zugefrorene Autotüren nicht gewaltsam geöffnet werden. Schonender ist es, mit den Handflächen die Türränder zu erwärmen. Wer eine Steckdose in der Nähe hat, der kann auch einen Fön benutzen, um auf niedriger Wärmestufe mit stetigen Bewegungen die Türen und Schlösser aufzutauen. Um ein Festfrieren der Türen zu vermeiden, ist es anzuraten, im Herbst bei älteren Fahrzeugen die Schlösser zu ölen. Bei allen Fahrzeugen sollten zudem die Türgummis mit einem Pflegemittel behandelt werden. Dadurch frieren sie im Winter nicht so schnell fest.

Zufrieren verhindern

Eine gute Möglichkeit, das Einfrieren der Autoscheiben von Vornherein zu verhindern, sind Schutzdecken mit Alubeschichtung. Diese werden zwischen Türen und Türrahmen geklemmt, so dass sie auf der Scheibe aufliegen. Hierdurch wird Frost auf der Scheibe gut vorgebeugt. Idealerweise sollte man das Auto natürlich in einer Garage parken, dann bleibt es vom Frost verschont. Aber nur die wenigsten Autofahrer haben diesen Luxus. Alternativ hilft es aber schon, das Auto in der Nähe von Gebäuden oder an einer geschützten Stelle zu parken. Auch dann schlägt der Frost nicht so stark zu.

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