Chinesische Elektroautos stehen beim Autohändler in Europa.

Wenn man sich die letzten Jahrzehnte anschaut, ist es eher selten, dass gleich mehrere neue Automarken auf dem deutschen Markt auftauchten. Mit der aufkommenden Elektromobilität und dem Aufstieg chinesischer Hersteller versuchen in diesem Jahr gleich vier chinesische Automarken im Land Fuß zu fassen.

Chevrolet, Saab und Lancia sind nur einige der Automarken, die in der jüngeren Vergangenheit den deutschen Markt verlassen haben. Doch Monotonie und Langeweile kehrten nicht ein. Gerade in letzter Zeit strömen immer mehr neue Auto Marken, hauptsächlich Automarken aus China und Südostasien, nach Europa und schaffen so eine neue Vielfalt.

Das erwartet Sie in diesem Artikel

(Lesedauer ca. 6 Min.)

Was sind OEMs?

Bei einem OEM (Original Equipment Manufacturer) handelt es sich um einen Hersteller eines Produktes. Dieses Produkt wird hier aus vielen einzelnen Teilen externer Produzenten zusammengebaut und anschließend unter dem eigenen Namen auf den Markt gebracht. Entsprechend ist ein Automobilhersteller selbst der OEM.

Flexibilität durch neue Automarken

Bereits 2021 sind drei neue OEM aus China und Südkorea hinzugekommen: Genesis, Lynck, MG Motor. Gleich vier Konzerne wollen in diesem Jahr in den EU-Ländern und in Deutschland eine Reihe neuer und durchaus interessanter Autos auf den Markt bringen. Alle von ihnen sind vollständig oder teilweise elektrisch. Aktuell kann die starke Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, verbunden mit gravierenden Lieferengpässen bei etablierten Herstellern, Neueinsteigern durchaus in die Hände spielen.

Innovative OEMs aus China mit interessanten Produkten

Durch die Elektrifizierung der Fahrzeuge sinken die Wartungskosten. Hier kann ein dichtes Servicenetz dank der Digitalisierung an Bedeutung verlieren. Etablierte OEMs sollten neue globale Marken, insbesondere chinesische, ernst nehmen. China ist nach wie vor der bedeutendste Automobilmarkt. Daher können sich die in China erfolgreichen Marken auch in Europa versuchen. Unterschätzen sollte man Great Wall Motor mit Wey und Ora oder auch Geely, BYD, Baic und Saic nicht.

Die letztgenannten Marken liegen auf Platz 4, 5, 7 und 12 in CAM’s Most Innovative Electric Vehicle Manufacturers 2022. Great Wall verbleibt dabei auf Platz 14. Tesla liegt auf Platz 1 gefolgt von vor Volkswagen Group auf Platz 2.

Qualität und Wachstum

Hohe Qualität und Produktionskapazität erlauben extremes Wachstum. Die Hauptgründe für dieses rasante Wachstum sind die abnehmenden Qualitäts- und Produktunterschiede zwischen China und den Industrieländern und die enorme Produktionskapazität in China.

Fast alle nordamerikanischen, europäischen, koreanischen und japanischen OEMs haben große Fabriken in China. Obwohl die Produktion hauptsächlich dazu dient, die lokale Nachfrage zu decken, ist die Produktionskapazität so groß, dass die Fabriken auch für den Export eingesetzt werden können.

Somit erfolgt hochwertige Produktion jetzt auch in China. Dadurch ist ein Faktor, der den Verkauf von Elektrofahrzeugen aus chinesischer Produktion positiv beeinflusst, die Qualität der Produktion. Bei den aktuellen Qualitätsstandards ist es schwer zu sagen, wo das Fahrzeug produziert wurde. Die Globalisierung hat viele Automobilhersteller gezwungen, weltweitkonforme Produkte zu entwickeln, herzustellen und in die ganze Welt zu exportieren.

Beispielsweise hat der Polestar 2, der in der Provinz Zhejiang gebaut wird, ähnliche Qualität wie ein Volvo.

In China hergestellte Elektrofahrzeuge werden immer beliebter

Zusammen mit Great Wall (GWM), BYD und Geely konnten sich drei OEMs aus China unter die Top Ten der innovativsten Automobilunternehmen der Welt platzieren, wie aus einem neuen Innovationsreport des Center for Automotive Management in Bergisch Gladbach hervorgeht. Im Vergleich zum Zeitraum 2019/21 konnte BYD vom 20. auf den achten Platz klettern. Great Wall kletterte um über 160 % auf 116 Punkte und rückte vom 18. auf den 9. Platz vor.

Der chinesische OEM Great Wall Motors (GWM) will in den kommenden Jahren in Europa mit zwei neuen Marken vorankommen: Ora und Wey. Letzterer soll zur Luxusmarke werden und mit seinem 4,90 Meter langen Plug-in-SUV zum Preis von rund 50.000 Euro überzeugen. Die Kosten für das Kompakt-SUV Coffee 02 belaufen sich auf rund 30.000 Euro. Das Unternehmen hat seine Europazentrale in München eröffnet und plant die Eröffnung einer Fabrik in Europa.

Somit sind die in China hergestellten Elektrofahrzeuge auch in Europa auf dem Vormarsch. Das zweitbeliebteste Herkunftsland der neu in Europa zugelassenen Elektrofahrzeuge im Jahr 2021 ist China. Direkt nach Deutschland.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle diese Autos das Logo der chinesischen Marke trugen. Tatsächlich machen chinesische Marken nur 15 Prozent aus, da die meisten in China hergestellten Fahrzeuge von westlichen OEMs produziert werden. Dazu gehören Dacia, Tesla, BMW und Polestar.

In nur drei Jahren ist der Anteil chinesischer Elektrofahrzeuge am europäischen Markt von bescheidenen 0,5 % auf 14,7 % gewachsen.

China Automarken wie Great Wall beeindrucken

Der chinesische Autoriese Great Wall Motors (GWM) im Jahr 2023 zwei Marken auf den deutschen Markt bringen: Wey und Ora. Im Januar 2023 soll der Ora Funky Cat zum Verkauf stehen. Dieser Mehrmarkenkonzern bietet heute Modelle für nahezu alle Fahrzeugsegmente an. Die 1984 gegründete Marke will sich weltweit aktiv weiterentwickeln und bis 2025 vier Millionen Fahrzeuge verkaufen. Ende 2021 eröffnete der Konzern eine Europazentrale in München, zugleich ist eine Europa-Fabrik geplant. Den Anfang will GWM zunächst mit seinem Edel-Ableger Wey machen, der vornehmlich mit Luxus-SUVs überzeugt.

  • Great Wall Motors plant mit über 3 Millionen New Energy Vehicles bis 2025
  • Rein Batterie-elektrische und Brennstoffzellen-Fahrzeuge sowie Plug-in-Hybride sollen den deutschen Markt erreichen
  • Mit Haval, Wey, Ora, Tank und Great Wall sind fünf Marken im Mutterkonzern

Aiways

Aiways hat eine ziemlich überschaubare Auswahl an zwei Modellen. Das magere automobile Repertoire des chinesischen OEMs verwundert jedoch angesichts seines kurzen Bestehens seit 2017 nicht. Die Elektroautos dieser chinesischen Automarke haben viele Vorteile. Durch die gute Verarbeitung, das riesige Platzangebot und einen ziemlich starken Antrieb mit bis zu 150 kW (204 PS) überzeugt dieser Autohersteller in vielen Belangen.

  • Smart und kraftstoffsparend: Aiways beeindruckt mit seiner bahnbrechenden Antriebsarchitektur und Karosserietechnologie.
  • Das hoch entwickelte Fahrzeugsystem gewährleistet eine lange Lebensdauer der Fahrgestellkomponenten.
  • Günstig und nachhaltig: 100.000 km Serviceintervall sorgen für geringe Wartungskosten und geringen Rohstoffverbrauch.

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Nio: Chinesischer Tesla

Auch die Automarke Nio ist noch wenig bekannt, ging aber mit großen Ambitionen nach Europa. Nio ist wie Aiways noch ein sehr junges Unternehmen, das erst 2014 gegründet wurde, aber bereits jetzt als eines der größten Unternehmen angesehen werden kann, das ausschließlich Elektrofahrzeuge herstellt. Nios Elektro-SUV ES8 soll zunächst in Norwegen auf den Markt kommen, wo EVs, SUVs und deren Verschmelzung zu Elektro-SUVs durchaus willkommen sind – schließlich sind die Skandinavier mehr oder weniger Vorreiter in Sachen Elektromobilität. Wann uns das chinesische Auto in Deutschland beehren wird, ist noch nicht klar, aber angesichts des unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnisses hoffentlich bald.

  • Mit leistungsstarker Software oder Batteriewechseltechnik gilt Nio als innovatives Unternehmen.
  • Das Unternehmen bietet Festkörperbatterien an und erhöht dadurch die Reichweite der Fahrzeuge deutlich.
  • Fahrzeuge glänzen mit modernster Technik sowohl in puncto Hardware als auch Software

BAIC

BAIC steht für Beijing Automotive Industry Corporation, das Unternehmen selbst heißt Beijing Automotive Group. Dieser OEM arbeitet mit Hyundai und Mercedes-Benz als lokale Joint-Venture-Partner zusammen. Die neue Generation BAIC X55 ist deutlich moderner und größer als aktuelle Modelle, wobei die Preise ebenso steigen. Der neue X55 soll noch 2022 in Deutschland eintreffen. Der Antrieb wird auf 130 kW/177 PS gesteigert und ist mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gepaart. Mit erweiterter Serienausstattung soll der neue BAIC X55 bei 30.000 Euro starten.

  • Der X55 baut auf der Mercedes-Benz Tech-Plattform auf
  • Die chinesische Geländewagenschmiede avancierte zum Vorzeigeprojekt
  • Zeichnet sich durch gute Qualität und einen erschwinglichen Preis aus

Fazit

China hat in den letzten Jahrzenten klar aufgeholt. Lange ist es her, als China mit mangelnder Qualität in Verbindung gebracht wurde. Inzwischen steht auch die chinesische Automobilindustrie für Effektivität und Qualität. So setzen auch europäische OEMs auf chinesische Produktion. Mit BAIC, Nio, Aiways und GWM treffen konkurrenzfähige Autohersteller im europäischen Markt ein.

Häufige Fragen

Hat China eine eigene Automarke?

Die bekanntesten chinesischen Automarken sind Nio, Aiways, BAIC, Wey und Ora. Nio wird auch als chinesischer Tesla bezeichnet. Wey und Ora kommen aus dem chinesischen Hause Great Wall Motors. Alle Marken setzen grundsätzlich auf eine Form des Elektroantriebs.

Welche China e Autos gibt es in Deutschland?

Der chinesische Autoriese Great Wall Motors (GWM) im Jahr 2023 zwei Marken auf den deutschen Markt bringen: Wey und Ora. Der neue X55 von BAIC soll noch 2022 in Deutschland eintreffen. Auch die Marke Aiways hat aktuell 2 Modelle in Deutschland.

Sind chinesische Autos gut?

Auch die chinesische Automobilindustrie steht inzwischen für Qualität. So setzen auch europäische Autohersteller auf chinesische Produktion. Autohersteller wie Great Wall Motors, BAIC, Nio oder Aiways haben sich auch auf dem europäischen Markt etabliert.