Verliert das Auto große Mengen an Motoröl auf der Straße sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen.

In früheren Zeiten galt die Faustregel: Ist kein Öl unterm Auto, dann ist auch kein Öl im Auto. Dieser sicherlich etwas humorvoll zu nehmende Spruch war allerdings lange Zeit blanke Realität. Noch in den 70er Jahren waren bei vielen Fabrikaten die Fertigungstoleranzen sehr groß und die Materialqualität bei den Dichtungen relativ schlecht. Deshalb tropften die meisten Autos spätestens nach ein paar Jahren im Einsatz immer etwas. Ein Auto verliert Öl auf dem Parkplatz: Das war damals ein alltäglicher Anblick. Heute haben sich die Zeiten zum Glück geändert. Seit etwa 30 Jahren sind die Qualitätsstandards in der Automobilproduktion hoch genug, dass Automotoren normalerweise komplett dicht sind. Erst bei einem sehr hohen Fahrzeugalter oder wenn ein konkreter Defekt vorliegt, passiert es heute noch, dass Öl aus dem Auto tropft. Daher gilt: Das Auto verliert Öl nicht ohne Grund und die Ursache sollte ermittelt werden. Welche das sein können, haben wir zusammengetragen.

Das erwartet Sie in diesem Artikel

(Lesedauer ca. 7 Min.)

Ölverlust als Problem

Verliert ein Auto Öl ist dies aus verschiedenen Gründen problematisch. Es ist vor allem eine Belastung für die Umwelt und insbesondere für das Grundwasser. Bereits ein Tropfen Motoröl genügt, um mehrere Kubikmeter Wasser ungenießbar zu machen. Durch den Öleintrag wird das ökologische Gleichgewicht in Gewässern und schließlich auch die vom Menschen verzehrten Fische mit krebserregenden Substanzen belastet. Die Gesetze sehen daher je nach Schweregrad Strafen von mehreren hundert bis tausende Euro für einen Öleintrag ins Grundwasser vor.

Ihr parkendes Auto verliert Öl auf einem öffentlichen Parkplatz? Dann kann es ernste Probleme mit der Polizei geben. Passiert es außerdem, dass der TÜV-Prüfer den Wagen auf der Hebebühne hat und Öl tropft aus dem Auto, dann wird Ihr Fahrzeug sicherlich keine Plakette bekommen. Am Ende sprechen aber auch technische Gründe dafür, bei einem Ölverlust am Auto die Ursachen auszumachen. Das austretende Öl kann nämlich auf andere Bauteile, wie zum Beispiel den Zahnriemen, gelangen und dadurch weitere Schäden nach sich ziehen.

Ölverbrauch oder nur Ölverlust?

Hier wird zwischen dem inneren Ölverbrauch und dem äußeren Ölverlust unterscheiden.

Innerer Ölverbrauch – Bis zu einer bestimmten Menge unbedenklich

Motoren können auch unter einem inneren Ölverlust leiden. In diesem Fall gelangt ein Teil des Motoröls aus dem Ölkreislauf in die Brennräume und wird dort verbrannt. In vielen Fällen sind hier undichte Ventilschaftdichtungen oder eine einseitig defekte Zylinderkopfdichtung die Ursache. Wenn Sie also regelmäßig Öl nachfüllen müssen, aber der Motor bei der Begutachtung auf einer Hebebühne äußerlich völlig trocken ist, dann wird das Öl sehr wahrscheinlich verbrannt. In einem gewissen Rahmen wird dies auch von den Herstellern als normal angesehen. Deshalb spricht man vom Ölverbrauch. Vor allem mit steigendem Alter verbrauchen die meisten Autos ein wenig Öl im Betrieb. Viele Autohersteller geben als Grenze dessen, was noch als normal anzusehen ist, einen Liter Ölverbrauch auf 1000 Kilometer an. Dies ist allerdings bereits sehr viel. Verbraucht Ihr Auto mehr, so liegt definitiv irgendwo ein Defekt vor, der behoben werden sollte. Was genau den hohen Ölverbrauch verursacht, ist leider äußerlich nicht ohne Weiteres feststellbar.

Oft sind die Ölablassschraube oder der Ölfilter schuld am äußeren Ölverlust

Anders sieht es beim äußeren Ölverlust aus. Hier ist die Ursache meist deutlich erkennbar, denn das Öl tropft aus dem Auto. Um für den Ölverlust am Auto die Ursachen zu finden, muss allerdings idealerweise das Auto auf einer Hebebühne betrachtet werden. Zudem sollten alle Plastikverkleidungen vom Motor (Motorabdeckung, Unterfahrschutz usw.) entfernt werden, um einen guten Blick zu haben.

Mit dem Newsletter bleiben Sie immer aktuell.
Anmelden und 10,00€ Rabatt auf eine Zulassung sichern!
Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine Mail geschickt. Dort können Sie die Anmeldung bestätigen. Anschließend erhalten Sie eine Willkommensmail mit Ihrem Gutscheincode.

Sie können den Newsletter jederzeit über den Link in unserem Newsletter abbestellen. ... mehr zeigen

Ölablassschraube

Sehr oft passiert es, dass ein Motor an der Ölablassschraube Öl verliert. Dies ist zum Glück nur ein geringes Problem, das sich leicht beheben lässt. Oft genügt es schon, die Schraube ein klein wenig fester anzuziehen. Allerdings sollte dabei das zulässige Drehmoment nicht überschritten werden, denn sonst kann es dazu führen, dass die Schraube abreißt.

Hilft ein Anziehen nicht oder ist ein weiteres Anziehen der Schraube nicht mehr möglich, ohne das Gewinde der Ölwanne zu beschädigen, so muss allerdings eine neue Schraube samt Dichtung her. Hierzu muss das Öl abgelassen werden, weshalb praktischerweise auch gleich ein Ölwechsel durchgeführt werden kann. Die Gründe, warum ein Motor an der Ablassschraube für das Motoröl tropft, sind meist Fehler beim letzten Ölwechsel. Es wurde entweder die Schraube nicht fest genug angezogen, keine neue Dichtung verwendet bzw. diese falsch herum eingesetzt oder die Ablassschraube war bereits verschlissen.

Ölfilter

Auch der der Ölfilter kann für ein Öl-Leck verantwortlich sein. Bei Fahrzeugen mit austauschbarem Metall-Ölfilter ist oft die Ursache, dass dieser beim letzten Ölwechsel nicht fest genug angezogen wurde. Bei Fahrzeugen mit festem Ölfiltergehäuse passiert es bei älteren Autos manchmal, dass die Dichtung zwischen Filtergehäuse und Motorblock nicht mehr abdichtet und erneuert werden muss.

Alle 1000km sollte der Ölstand überprüft werden.

In vielen Fällen müssen Dichtungen am Motor erneuert werden

Eine typische Ursache bei einem Ölverlust ist die Ventildeckeldichtung. Der Ventildeckel sitzt ganz oben auf dem Motor und schließt das Ventilgehäuse ab. Dort befinden sich die Nockenwellen und die Ventile, die ständig mit Öl geschmiert werden müssen. Der Ventildeckel ist bei fast allen Fahrzeugen relativ leicht zu demontieren und der Wechsel der Dichtung ist schnell und einfach erledigt. Wenn bei Ihrem Fahrzeug lediglich die Ventildeckeldichtung defekt ist, dann haben Sie Glück. Die Reparatur ist unkompliziert und günstig.

Zylinderkopfdichtung

Eine weitere Ursache kann die Zylinderkopfdichtung sein. Diese Dichtung sitzt zwischen dem eigentlichen Rumpf des Motors und dem Zylinderkopf. Durch die Dichtung führen auch die Ölkanäle, die den Zylinderkopf mit Öl versorgen. Ist diese Dichtung defekt, dann kann je nach Lage des Defekts entweder Öl in den Brennraum oder nach außen gelangen.

Der Wechsel der Zylinderkopfdichtung ist vor allem bei modernen Autos recht aufwendig, bei älteren Modellen dagegen noch relativ einfach. Bei einem Defekt, sollte ein Ersatz dieser Dichtung nicht auf die lange Bank geschoben werden. Ansonsten können Folgeschäden am Zylinderkopf auftreten.

Ölwannendichtung

Eine dritte sehr verbreitete Ursache für Ölverlust ist ein Defekt der Ölwannendichtung. In der Ölwanne sammelt sich das aus dem Motor wieder nach unten fließendes Öl. Hier befindet sich also immer eine größere Ölmenge, die beim Fahren hin und her schwappt. Daher ist eine einwandfreie Ölwannendichtung besonders wichtig, damit kein Öl nach außen dringt. Auf einer Hebebühne ist eine Demontage der Ölwanne nach Ablassen des Motoröls kein großes Problem. Diese Dichtung kann daher ebenfalls recht einfach und günstig ersetzt werden.

Wellendichtring

Hin und wieder kommt es auch vor, dass ein defekter Wellendichtring für den Ölverlust verantwortlich ist. Dieser Dichtring befindet sich am Ende der Kurbelwelle zwischen Motorblock und Getriebegehäuse. Entsprechend dort, wo bei einem Handschalter auch die Kupplung sitzt. Ein Indiz für diese Ursache ist, wenn der Motor an der Verbindungsstelle zwischen Motor und Getriebe Öl verliert. Für den Wechsel des Dichtrings muss das Getriebe herausgenommen werden, weshalb diese Reparatur etwas mehr Zeit beansprucht.

Ölverlust lokalisieren – so gehen Sie vor

Das Leck zu finden ist oft leichter als erwartet.

In Kürze:

  1. Motor mit Bremsenreiniger und Tüchern reinigen
  2. Längere Strecke bis zur Betriebstemperatur fahren
  3. Wagen abstellen und den Motor untersuchen. Das Leck sollte nun zu finden sein.

Achtung: Mit Motoröl verschmutzte Reinigungsutensilien dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden.

Bleibt ein Öl-Leck längere Zeit unerkannt, kann es passieren, dass der gesamte Motor außen voller Öl ist. Dies liegt daran, dass sich das Öl nach dem Austritt überall verteilt. In diesem Zustand ist es natürlich schwierig oder unmöglich, das Leck ausfindig zu machen. Deshalb müssen Sie zunächst den Motor mit Bremsenreiniger und einem Tuch oder mit Papiertüchern gründlich reinigen.

Achten Sie bei der Reinigung darauf, dass kein Öl auf den Boden gelangt. Sprühen Sie am besten zunächst etwas Bremsenreiniger auf das Tuch und reiben Sie den Motor dann nach und nach ab.

Ist der Motor sauber, fahren Sie eine längere Runde, bis das Motoröl Betriebstemperatur hat. Stellen Sie dann den Wagen ab und begutachten Sie den Motor wieder gründlich. Jetzt können Sie für das Öl im Motorraum die Ursachen normalerweise gut erkennen.

Verliert das Auto geringe Mengen Öl, kann das einfach nachgefüllt werden.

Das Auto verliert Öl - trotzdem fahren?

  • Bei einem leichten Ölfilm auf dem Motor, ohne dass es zur Tropfenbildung kommt, kann weiterhin gefahren werden. Um zu verhindern, dass zum Beispiel bei Regen oder bei einer Fahrzeugwäsche Öl ins Grundwasser gelangt, sollte aber der Motor bei Gelegenheit gereinigt
  • Ist der Ölverlust stärker, so dass sich gelegentlich ein Tropfen unter dem Auto bildet, dann sollte möglichst bald zu einer Werkstatt gefahren werden.
  • Tropft der Motor ununterbrochen, so sollte besser nicht mehr gefahren werden, sondern ein Gefäß unter dem Fahrzeug platziert und professionelle Hilfe geholt werden.

So vermeiden Sie Ölverlust und Ölverbrauch

Ihr Wagen ist noch relativ neu oder der Motor wurde neu abgedichtet? Mit diesen Tipps vermeiden Sie Ölverlust und Ölverbrauch in Zukunft.

  • Fahren Sie den Motor behutsam warm und nutzen Sie hohe Drehzahlen nur bei Betriebstemperatur.
  • Vermeiden Sie häufige Kurzstrecken, vor allem im Winter.
  • Machen Sie regelmäßig einen Ölwechsel.
  • Achten Sie auf hochwertiges Motoröl (Additive halten Dichtungen geschmeidig).
  • Beachten Sie beim Ölwechsel die korrekten Anzugsmomente.

Fazit

Grundsätzlich wird zwischen Ölverbrauch und Ölverlust unterschieden. Ersteres ist, bis zu einer bestimmten Menge, normal und auch vom Hersteller oftmals vorgegeben. Der Ölverlust hingegen kann unterschiedliche Folgen haben. Oftmals kann die Ursache dafür schnell gefunden und der Defekt leicht behoben werden. Stehen lassen sollten Sie das Auto allerdings unbedingt, wenn es größere Mengen Öl in kurzer Zeit verliert. Auch ein überhitzter Motor kann langfristig zu einem Ölverlust führen.