Autoreifen stehen nebeneinander auf einem Regal.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lagern Sie Reifen kühl, trocken und dunkel, geschützt vor Sonne und Witterung.
  • Reifen ohne Felgen stehen aufrecht und sollten alle paar Monate gedreht werden.
  • Reifen mit Felgen lagern Sie liegend oder hängend, nicht dauerhaft stehend.
  • Reinigen Sie Reifen und Felgen vor der Lagerung und lassen Sie sie vollständig trocknen.
  • Kontrollieren Sie vor dem Einlagern Beschädigungen, Profiltiefe und Luftdruck.

Nach dem saisonalen Radwechsel brauchen Sommer- oder Winterreifen einen geeigneten Platz, bis sie wieder zum Einsatz kommen. Doch wie lagern Sie Reifen richtig? Entscheidend sind die Vorbereitung, die Bedingungen am Lagerort und die Frage, ob die Reifen auf Felgen montiert sind. Wenn Sie Ihre Reifen lagern möchten, helfen Ihnen einige einfache Grundregeln dabei, das Material zu schonen und die Räder für den nächsten Wechsel vorzubereiten.

Reifen richtig lagern: Worauf kommt es an?

Grundsätzlich möchten Sie Standschäden am Auto, aber auch an den Reifen vermeiden. Für die richtige Reifenlagerung müssen Sie zwischen einzelnen Reifen und vollständigen Rädern unterscheiden. Ein Komplettrad besteht aus Reifen und Felge. Ein Reifen ohne Felge ist dagegen nicht montiert. Dieser Unterschied bestimmt, ob Sie die Reifen stehend oder liegend lagern sollten. Für beide Varianten gilt: Der Lagerplatz sollte kühl, trocken und dunkel sein. Direkte Sonne, dauerhafte Feuchtigkeit sowie Kontakt mit Öl oder Lösungsmitteln sind ungeeignet, weil sie das Reifenmaterial beeinträchtigen können.

Ob Sie Winterreifen oder Sommerreifen lagern, ändert an diesen Grundregeln nichts. Beide benötigen einen geschützten Lagerort und eine passende Position. Prüfen Sie deshalb vor dem Radwechsel, wo der ungenutzte Satz die nächsten Monate verbringen soll. Ein geeigneter Platz in Keller oder Garage kann ausreichen. Steht Ihnen kein passender Raum zur Verfügung, ist eine professionelle Einlagerung eine mögliche Alternative.

Reifen vor dem Einlagern vorbereiten

Um besser gewährleisten zu können, dass Sie die Reifen in der nächsten Saison wieder nutzen, sind einige Dinge vor der Lagerung zu beachten. 

Reifen und Felgen auf Schäden prüfen

Kontrollieren Sie die Reifen vor der Lagerung sorgfältig. Eine gute Lagerung macht einen beschädigten oder abgefahrenen Reifen nicht wieder verkehrssicher. Wer die Kontrolle bereits nach dem Abnehmen erledigt, kann rechtzeitig klären, ob ein Austausch nötig ist. Achten Sie bei der Prüfung besonders auf folgende Punkte:

  • Seitenwände und Laufflächen: Prüfen Sie die Reifen auf Beulen und tiefe Risse.
  • Reifenprofil: Kontrollieren Sie die Profiltiefe und achten Sie auf Fremdkörper.
  • Felgen: Untersuchen Sie die Felgen auf sichtbare Beschädigungen.

Lassen Sie auffällige Schäden fachlich beurteilen, bevor Sie den Reifensatz erneut verwenden. So können Sie klären, ob die betroffenen Reifen oder Felgen weiterhin sicher eingesetzt werden dürfen.

Reifen vor dem Einlagern reinigen

Autoreifen gelten als Verschleißteil am Auto. Darum sammelt sich bei Benutzung einiges an. Entfernen Sie Straßenschmutz und Staub mit Wasser, mildem Spülmittel und einer Bürste. Wenn Sie Kompletträder lagern, reinigen Sie auch die Felgen. Anschließend müssen alle Teile vollständig trocknen, bevor sie an ihren Lagerplatz kommen. So vermeiden Sie, dass Sie die Räder mit anhaftender Feuchtigkeit einlagern. Die Reinigung bietet zugleich eine gute Gelegenheit, Laufflächen und Seitenwände genauer anzusehen und Schäden zu entdecken, die unter dem Schmutz verborgen waren.

Tipp: Verbinden Sie Reinigung und Sichtprüfung. An sauberen Reifen und Felgen lassen sich Auffälligkeiten leichter erkennen.

Luftdruck beim Reifen lagern beachten

Der Luftdruck spielt nur bei Reifen eine Rolle, die auf Felgen montiert sind. Zu empfehlen ist es, den Druck vor der Einlagerung um 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe zu erhöhen, da Reifen während der Lagerzeit Luft verlieren können. Prüfen Sie den Druck vor der erneuten Nutzung trotzdem und stellen Sie ihn auf den für Ihr Fahrzeug vorgesehenen Wert ein. Die Druckerhöhung für die Lagerung ersetzt nicht die Kontrolle vor der nächsten Fahrt.

Fotografie von stehenden und liegenden Reifen in der Garage.Fotografie von stehenden und liegenden Reifen in der Garage.

© PhotOleh/shutterstock.com | Die einzelnen Reifen eines Satzes sollten immer identisch gelagert werden, um Unterschiede im Verschleiß zu vermeiden.

Reifen stehend oder liegend lagern?

Nicht nur der Platz spielt dabei eine Rolle. Je nach Zustand der Reifen, empfiehlt sich eine andere Methode.

Reifen lagern ohne Felgen: aufrecht und regelmäßig drehen

Wenn Sie Reifen ohne Felgen richtig lagern möchten, stellen Sie sie senkrecht auf die Lauffläche. Drehen Sie die Reifen alle paar Monate etwas weiter, damit nicht dauerhaft derselbe Bereich belastet wird. Ein sauberer, trockener Lagerplatz ist dafür wichtig. Die aufrechte Position ist die passende Lösung für demontierte Reifen. Übernehmen Sie deshalb nicht einfach die Lagerweise eines vollständigen Rads, wenn Sie nur die Reifen aufbewahren.

Dürden Sie Reifen ohne Felgen stapeln? Nein, die empfohlene Lagerposition ist stehend. Lagern Sie die Reifen daher nicht als liegenden Stapel und hängen Sie sie auch nicht wie Kompletträder auf. Entscheidend ist nicht, welche Variante am wenigsten Platz beansprucht, sondern welche zur jeweiligen Ausführung passt. Mit der richtigen Position vermeiden Sie eine ungeeignete Belastung während der mehrmonatigen Lagerzeit.

Reifen lagern mit Felgen: liegend oder hängend

Wenn Sie Reifen mit Felgen richtig lagern möchten, bewahren Sie die Kompletträder waagerecht liegend oder hängend auf. Dafür kommen beispielsweise geeignete Regale, Felgenbäume oder Wandhalterungen infrage. Auch das Übereinanderstapeln ist grundsätzlich möglich. Dabei kann jedoch Rost entstehen. Saubere und vollständig trockene Räder sowie ein trockener Lagerraum sind deshalb besonders wichtig.

Hinweis: Die einfache Unterscheidung lautet: Reifen ohne Felgen stehen, Kompletträder liegen oder hängen.

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Wo können Sie Reifen lagern?

Wenn Sie die Reifen nach der Montage nicht professionell einlagern, müssen Sie sich mit Ihren Optionen vertraut machen. 

Reifen in der Garage lagern

Eine Garage eignet sich, wenn sie trocken, kühl und vor direkter Sonne geschützt ist. Prüfen Sie nicht nur den Raum, sondern auch den konkreten Stellplatz. Auf dem Untergrund sollten sich keine Ölreste oder Lösungsmittel befinden. Ebenso ungeeignet ist eine Stelle, an der dauerhaft Feuchtigkeit auftritt. Wenn Sie Reifen in der Garage lagern, sollten diese während der gesamten Lagerzeit vor Witterungseinflüssen geschützt bleiben.

Reifen im Keller lagern

Auch ein Keller kann die passenden Bedingungen bieten. Entscheidend ist, dass der Raum nicht dauerhaft feucht ist und die Reifen trocken stehen oder liegen. Ein dunkler Keller ist daher nicht automatisch ein guter Lagerort. Prüfen Sie den Boden und die Umgebung auf Feuchtigkeit und halten Sie die Reifen von Öl und Lösungsmitteln fern. Die Lagerposition richtet sich auch hier danach, ob Sie einzelne Reifen oder vollständige Räder aufbewahren.

Reifen draußen lagern: besser vermeiden

Im Freien sind Reifen Sonne, Niederschlag und wechselnden Witterungsbedingungen ausgesetzt. Damit fehlt der Schutz, den eine sachgerechte Lagerung voraussetzt. Reifen draußen lagern ist deshalb keine empfehlenswerte Dauerlösung. Wählen Sie möglichst einen geeigneten Innenraum. Wenn Keller oder Garage nicht verfügbar sind, sollten Sie eine andere geschützte Unterbringung prüfen, statt den Reifensatz über Monate ungeschützt im Außenbereich aufzubewahren.

Ein Mitarbeiter einer Werkstatt sortiert Reifen in einem Regal ein und Reifen befinden sich in der Einlagerung.Ein Mitarbeiter einer Werkstatt sortiert Reifen in einem Regal ein und Reifen befinden sich in der Einlagerung.

© myronstandret/shutterstock.com | Die Werkstätten überprüfen in der Regel die Reifen vor der Einlagerung.

Reifen einlagern: Kosten und professionelle Aufbewahrung

Wenn Ihnen zu Hause der Platz fehlt, können Sie Ihre Reifen bei einer Werkstatt, einem Autohaus oder einem Reifenhändler einlagern lassen. Das lässt sich auch mit einem Reifenwechsel verbinden. Die Kosten für das Reifen-Einlagern hängen von Region, Anbieter und Leistungsumfang ab. Hier gilt ein Richtwert von etwa 30 bis 60 Euro pro Reifensatz und Saison, also für ungefähr sechs Monate. Pakete mit Montage und Reinigung können bis zu 100 Euro oder mehr kosten.

Vergleichen Sie Angebote deshalb nicht nur nach dem Gesamtpreis. Klären Sie, welche Leistungen enthalten sind und für welchen Zeitraum die Gebühr gilt. Lassen Sie bei der Übergabe außerdem ein Einlagerungsprotokoll erstellen und gegenzeichnen. Darin sollten folgende Angaben festgehalten werden:

  • Reifendaten: Marke, Modell und Reifengröße.
  • Zustand: Profiltiefe und vorhandene Beschädigungen.
  • Radposition: Die bisherige Position am Fahrzeug, beispielsweise vorne rechts oder hinten links.

Die Dokumentation hilft, Verwechslungen zu vermeiden und bei Schäden oder Verlust nachvollziehen zu können, welchen Satz Sie abgegeben haben. Bewahren Sie das gegengezeichnete Protokoll bis zur Rückgabe der Reifen auf.

Wie lange können Sie Reifen lagern?

Eine saisonale Lagerung über mehrere Monate ist üblich. Daraus lässt sich jedoch keine pauschale Frist ableiten, nach der jeder eingelagerte Reifen noch sicher verwendbar ist. Entscheidend sind Alter und Zustand des Reifens, nicht nur die Dauer im Lager. Prüfen Sie den Satz vor dem erneuten Einsatz deshalb auf Schäden und ausreichendes Profil. Auch bei sachgerechter Aufbewahrung sollten Sie das Reifenalter nicht außer Acht lassen.

Sie sollten die Reifen spätestens nach acht bis zehn Jahren ersetzen, unabhängig von der verbleibenden Profiltiefe. Diese Zeitspanne bezieht sich auf das Reifenalter insgesamt, nicht auf eine zusätzliche mögliche Lagerdauer. Ein bereits älterer Reifen wird durch eine gute Lagerung also nicht wieder „jünger“. Bei erkennbaren Schäden kann ein Austausch schon deutlich früher erforderlich sein.

Fazit

Wenn Sie Reifen richtig lagern möchten, kommt es auf wenige grundlegende Schritte an: Prüfen und reinigen Sie den Satz, lassen Sie ihn vollständig trocknen und wählen Sie einen kühlen, trockenen, dunklen Lagerort. Reifen ohne Felgen stehen aufrecht, Reifen mit Felgen liegen oder hängen. Kontrollieren Sie vor der erneuten Nutzung Zustand und Luftdruck. So schaffen Sie gute Voraussetzungen für die nächste Saison, ohne mögliche Schäden oder das Reifenalter aus dem Blick zu verlieren.  Sind die Reifen nicht mehr zu gebrauchen, sollten Sie diese Reifen richtig entsorgen.

Häufige Fragen zu „Reifen lagern“

Wie erkenne ich das Reifenalter?

Die letzten vier Ziffern der DOT-Kennzeichnung auf der Reifenflanke geben Produktionswoche und Herstellungsjahr an. „1524“ steht beispielsweise für die 15. Kalenderwoche 2024.

Womit kennzeichne ich die Radposition?

Verwenden Sie Kreide, Aufkleber oder beschriftete Ventilkappen. „VR“ bedeutet vorne rechts, „HL“ hinten links. Markieren Sie die Position möglichst vor dem Abnehmen.

Welche Mindestprofiltiefe gilt für Autoreifen?

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter. Prüfen Sie das Profil vor dem Einlagern und erneut, bevor Sie die Reifen verwenden.