CNG ist ein moeglicher alternativer Antrieb.

Die Benzinpreise erreichen schwindelnde Höhen und viele Autofahrer suchen nach preiswerten Alternativen. Elektroautos sind für die meisten noch zu teuer in der Anschaffung. Deshalb rückt der Gasantrieb in den Vordergrund. Die Kraftstoffe LPG und CNG kosten nämlich zur Zeit im Vergleich mit Benzin und Diesel nur die Hälfte. Wir schauen uns den Antrieb genauer an. 

Das erwartet Sie in diesem Artikel

(Lesedauer ca. 5 Min.)

Wie funktioniert der Gasantrieb?

Jeden herkömmlichen Ottomotor kann die Fachwerkstatt auf Auto Gas umrüsten. Statt des Gemischs aus Luft und Benzin verbrennt in den Zylindern dann ein Gas-Luft-Gemisch. Meist bleibt der Benzintank im Fahrzeug erhalten. Wenn der Gasvorrat verbraucht ist, schaltet der Motor automatisch den Auto Antrieb mit Erdgas auf das traditionelle Verfahren um. Lässt sich nämlich in der näheren Umgebung keine Gastankstelle finden, bleibt der Fahrer trotzdem mobil. Das häufig genutzte Gas für LNG Fahrzeuge bieten in Deutschland etwa 7.000 Gas Tankstellen an, von den CNG-Stationen gibt es an die 800.

Aber nicht nur eine Umrüstung kommt in Frage, die Hersteller produzieren auch ab Werk Fahrzeuge mit Gasantrieb. Erdgas (CNG) gilt nämlich umweltfreundlicher als Benzin. Bei einem Gasfahrzeug reduzieren sich die CO2-Emissionen grundsätzlich um etwa ein Viertel, und die Nox-Anteile im Abgas fallen sogar um 95 Prozent. Außerdem profitiert der Autobesitzer von der höheren Energieausbeute beim Auto Gas.

Was bedeuten die Abkürzungen?

Verschiedene Gasarten kommen zum Einsatz. Autogas wird auch Flüssiggas genannt oder Auto LPG (Liquified Petroleum Gas). Das Gemisch besteht aus Butan und Propan, die bei der Gewinnung von Erdgas- und Erdöl als Nebenprodukte anfallen. Es wird im flüssigen Zustand unter Druck (bei 10 Bar) im PKW gespeichert.

Erdgas oder CNG (Compressed Natural Gas) wird ebenfalls in Fahrzeugen als Kraftstoff verwendet Die Speicherung erfolgt jedoch bei etwa 200 Bar und in gasförmigem Zustand. Die Tanks müssen deshalb größer und stabiler sein als bei einem Auto mit LPG. In Deutschland erhält man CNG als L-Gas oder H-Gas, wobei der Methangehalt des Letzteren höher ausfällt. Methan reduziert den Verbrauch und sorgt für eine größere Reichweite. Ein weiterer Vorteil für den CNG PKW.

Neue Lieferanten in Katar

Wegen des Kriegs in der Ukraine soll das russische Gas durch LNG ersetzt werden. Dieses Erdgas verflüssigen die Anbieter bei Temperaturen von minus 164 Grad Celsius. Dabei schrumpft es auf ein 1:600 seines Volumens. Zum Verbraucher gelangt es in besonderen Tankschiffen. Ob LNG ökologisch vertretbar ist, hängt von der Länge des Transportwegs ab. Kommt das Gas aus dem Emirat Katar, erzeugt es laut Studien keine höheren Treibhausgasemissionen als das Gas, das Russland über eine Pipeline liefert.

Als Kraftstoff ist flüssiges Erdgas nur bei Nutzfahrzeugen sinnvoll. Das geschrumpfte Volumen und die hohe Energiedichte eignen sich besonders bei einem erhöhten Energiebedarf. Außerdem lassen sich große und hochisolierte Tanks in einem schweren LKW deutlich besser unterbringen als in einem kleinen PKW. Dieser kann deshalb nur einen Erdgasantrieb mit CNG nutzen.

Die Umruestung auf GAS ist meistens moeglich.

Wie hoch sind die Preisunterschiede der Kraftstoffe?

Beim Verbrennen von Diesel und Benzin entstehen mehr Schadstoffe als bei Flüssig- oder Erdgas. Der Staat verlangt deshalb bei Gas einen niedrigeren Steuersatz, was den Preis an der Zapfsäule senkt. Aktuell steigt der Steueranteil um etwa 3 Cent im Jahr, bis er 2023 pro Liter 22,09 Cent betragen wird. Aber auch mit diesem Aufschlag ist Gas weiter erheblich niedriger besteuert und damit preiswerter als Diesel und Benzin. Der Preis an den Zapfsäulen von zum Beispiel OrangeGas beträgt derzeit zum Teil 99 Cent / Kg. Bio CNG.

Wie teuer kommt eine Umrüstung?

Die Um- oder Nachrüstung der LPG-Anlage sollte eine Fachwerkstatt durchführen. Dabei entstehen immerhin Kosten in Höhe von 1 500 bis 4 000 Euro. Das ist übrigens ungefähr der Preisunterschied zwischen einem Neuwagen mit Gasbetrieb und einem Benzinfahrzeug. Beim Umbau auf Erdgas wird wegen der Speicherung des CNG als Gas ein resistentes Hochdrucksystem notwendig. Der Tank braucht außerdem im Kofferraum einiges an Platz, ein LPG-Kraftstoffbehälter verschwindet hingegen unauffällig in der Mulde für das Reserverad.

Allerdings eignen sich nur Benziner für eine Umrüstung. Bei einer Direkteinspritzung gab es für lange Zeit Einschränkungen. Grund hierfür waren die die Einspritzdüsen. Diese konnten beim Gasgetrieb überhitzen. Inzwischen sind jedoch auch für derartige Motoren aufwendige Lösungen verfügbar. Diese Systeme kühlen die Düsen – mit Benzin.

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Besonders die Ventile sind vom Umbau betroffen

Zur Umrüstung gehört selbstredend ein zusätzlicher Tank für das Gas. Die Werkstatt bereitet im Wesentlichen den Motor auf höhere Verbrennungstemperaturen vor. Besonders betroffen sind die Auslassventile, denn unter Volllast entstehen bei der Gasverbrennung höhere Abgastemperaturen. Der Monteur installiert auch zum Saugrohr eine besondere Zuleitung und je nach Modell Systeme für das Motor-Management. Einige Anbieter empfehlen für den zukünftigen Betrieb das Beimischen von Additiven, um den Motor zu schonen. Besonders der Verschleiß von Ventilen und Ventilsitzen soll sich mit den Zusatzstoffen verringern.

Die Werkstatt sollte über die entsprechenden Zertifikate für die Montage verfügen. Für die Gasanlagen gibt es vorgeschriebene Prüfungen, die der Mitarbeiter durchzuführen hat. Die Zulassungsbehörde wird über die Umrüstung informiert und es erfolgt ein entsprechender Eintrag in den Fahrzeugschein. Eine CNG-Nachrüstung unterliegt einer Genehmigung nach ECE-R 115. Dann hat auch der TÜV keine Beanstandungen, denn der muss den fahrzeugfremden Umbau abnehmen.

Wer einen Umbau plant, sollte sich rechtzeitig mit seiner Werkstatt absprechen.

Der Gas Antrieb bringt vielleicht die Wende.

Welche Vor- und Nachteile bietet Auto Gas im Alltag?

Die Fahrzeuge mit Gasantrieb sind beim Fahren angenehm leise. In der Armaturentafel befinden sich nun zwei Tankanzeigen. Mit einer Kombination aus beiden Antriebsmöglichkeiten kommt der Fahrer deutlich weiter als mit einem herkömmlichen Benziner. Beim Kombi-Betrieb sind hinter der Tankklappe zwei Einfüllstutzen untergebracht, einer für jeden Kraftstoff.

Beim Betrieb mit Gas entstehen, wie oben bereits gesagt, geringere CO2-Emissionen. Ein klarer Vorteil angesichts der aktuellen Diskussionen über die zu hohen Umweltbelastungen. Der Gaskraftstoff ist außerdem günstig, deshalb ergibt sich ein hohes Sparpotential.

Nachteilig sind die höheren Anschaffungskosten eines Neufahrzeugs im Vergleich mit einem Benziner. Das dünne Tankstellennetz kann die Beweglichkeit einschränken, und die Wartungskosten fallen leider höher aus als bei anderen Verbrennern üblich.

Vorteile

Nachteile

  • Antrieb ist leise
  • Anschaffungskosten höher
  • Höhere Reichweite
  • Tankmöglichkeiten eingeschränkt
  • Geringere CO2 Emmissionen
  • Wartungskosten höher
  • Gaskraftstoff günstiger

 

Wie steht es mit der Verbreitung der Gasantriebe?

Bereits seit einigen Jahrzehnten sind Fahrzeughersteller mit Flüssiggas-Fahrzeugen am Markt. Die Zulassung von LPG-Autos sinkt allerdings stetig. Der deutsche Flüssiggas-Verband gibt an, dass im Jahr 2021 mehr als 346 000 Fahrzeuge mit LPG-Antrieb auf den Straßen unterwegs waren. Beim Erdgas stagnieren die Zahlen seit einigen Jahren bei 80 000 Fahrzeugen.

Fazit

Das Fahren mit Auto Gas ist mittlerweile eine zuverlässige Angelegenheit. Wer umweltbewusst unterwegs sein will, findet in dieser Variante der Verbrennung eine überzeugende Alternative zum Benzin- oder Dieselmotor. Besonders wegen der niedrigen Besteuerung entstehen außerdem geringere Kosten, bei den zurzeit hohen Benzinpreisen für viele ein entscheidendes Argument.

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